Partner für Forschung zu internationalem Wissensmanagement gesucht!

Partner für Forschung zu internationalem Wissensmanagement gesucht!
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Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, erinnert sich vielleicht an das „Shanghai Journal“ im Mai diesen Jahres. Kürzlich war ich für diesen Kunden nun auch in Detroit, USA, um auch dort Workshops zum Thema „Wissenstransfer“ durchzuführen (daher auch das Bild von den Motown Studios in Detroit).

Wenig erstaunlich: Der Umgang mit Wissen unterscheidet sich, ist in China anders als in USA anders als in Deutschland.
Umso erstaunlicher: Es gibt kaum Forschung zu „interkulturellem Wissensmanagement“, und das, obwohl der Wissenstransfer und die gemeinsame Wissensentwicklung in internationalen und kulturell heterogenen Teams immer mehr zum Tagesgeschäft auch kleinerer Unternehmen gehört. Warum untersucht als niemand, wo konkret die Unterschiede liegen? Und wie diese sich am besten überwinden oder ganz fruchtbar nutzen lassen? Warum untersucht niemand, wie ein Framework für internationale, interkulturelle Wissensarbeit aussehen kann?

Gute Fragen, oder? Und weil es gute Fragen sind, entwickle ich aktuell mit Partnern ein Forschungsprojekt zu genau diesem Thema. Die Projektskizze ist aktuell in der Entstehung.
Damit das Ganze funktioniert, sind wir nun auf der Suche nach Unternehmen (bis max. 1000 Mitarbeitern) mit solchen internationalen, kulturell heterogenen Teams, also Niederlassungen im Ausland, die bereit sind, ein oder mehrere dieser Teams als „Forschungsobjekte“ zur Verfügung zu stellen und als Gegenleistung von den Erkenntnissen unmittelbar zu profitieren.

Interessiert? Dann melden Sie sich bitte einfach bei mir!

Wo bleibt das Leben, wenn wir arbeiten?

Wo bleibt das Leben, wenn wir arbeiten?
Blick in die DEXINA-Arbeitswelt

Letzte Woche haben wir, ‚wir‘ heißt das Stuttgarter Regionaltreffen der GfWM, das Unternehmen DEXINA besucht, um uns dort eine so genannte neue Arbeitswelt einmal live anzuschauen.

Alles begann damit, dass sich Heiner Scholz, Gründer und Geschäftsführer der DEXINA GmbH vor ein paar Jahren fragte, wo eigentlich das Leben bleibt, wenn wir arbeiten. Work-Life-Balance war für ihn nicht genug, vielmehr sollte es um LIVE AT WORK (Leben bei der Arbeit) gehen. Dieses Konzept bestimmt heute nicht nur den Alltag der DEXINA-Mitarbeiter, sondern wird als Beratungs-, Coaching- und Entwicklungskonzept auch weiter vertrieben.

Das Ziel von LIVE AT WORK ist es, „Arbeit zu einem Sinnstifter und Freudegenerator“ zu machen, so Sandra Dambacher-Schopf, die Pressereferentin des Unternehmens, die uns durch die DEXINA-Arbeitswelt – sprich modern eingerichtete Open Space-Büros in Böblingen, führte. Es gehe nicht darum, Leben und Arbeiten auszubalancieren, sondern vielmehr zu integrieren und darüber eine emotionale Verbundenheit mit der Arbeit zu schaffen. Und dabei spielen die räumlichen Gegebenheiten eine entscheidende Rolle. Weshalb Räume, nach der DEXINA-Philosophie, auch von innen heraus, aus der Identität des Unternehmens und seiner Menschen heraus entwickelt werden sollten. Am Beginn eines Raumkonzepts steht also die Identitätssuche des Unternehmens. Dann werden die Mitarbeiter nach ihren konkreten Bedürfnissen befragt.

Im Falle von DEXINA selbst beruht die Arbeitswelt auf dem Konzept der Open Spaces, inklusive Gemeinschaftsküche, Kinderbüro, abgeschiedenen Denkerzellen und – das beeindruckte uns mit am meisten – Wänden, die dank einer Spezialfarbe komplett als „Whiteboards“ bis unter die Decke fungieren. Hinzu kommen spezielle statisch aufgeladene Zettel, die sogenannten DEXits, die Dexina mittlerweile in einem eigenen Online-Shop vertreibt und die problemlos auch an den Fenstern haften. Und die Mitarbeiter machen überall ausgiebig Gebrauch von den Möglichkeiten ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Laut Dambacher-Schopf ist die Umsetzung des Konzepts bei DEXINA stark auf Mitarbeiter der Generation Y ausgerichtet, also Mitarbeiter, die sich bedingungslos einsetzen, wenn die Arbeit sinnstiftend ist, die für sich selbst und ihr Tun die Verantwortung übernehmen und die Freiraum zur Selbstverwirklichung beanspruchen – schließlich liegt der Altersdurchschnitt bei DEXINA bei 33 Jahren. Aber Achtung: Die konsequente Umsetzung eines solchen Konzepts bedingt auch, dass es für so machen Mitarbeiter genauso nicht passend ist und in seiner Radikalität auch nicht einfach (er)tragbar. Sicherlich kein Patentrezept für jede Art von Organisation.  Aber vielleicht doch ein Hinweis, wie die konkrete Gestaltung der Arbeitsumgebung im „war for talents“ oder auch im Kampf um den Wissensarbeiter zunehmend wichtig wird. Neben zahlreichen Auszeichnungen, darunter den New Work Award und den German Design Award, zeigt sich der Erfolg des Konzepts für DEXINA nach eigener Aussage unter anderem auch in 400% mehr Initiativbewerbungen, 29 Prozent weniger Krankheitstage und 4 Mal mehr Kindern.

Wer neugierig geworden ist: In diesem Video erläutert Heiner Scholz selbst seine Ideen zu Leben bei der Arbeit:

Was ist ein Team?

Was ist ein Team?
Frauenfußball D-Jugend Berlin

Diese Woche wurde ich in einem Interview für ein neues Projekt gefragt, wie ich ‚Team‘ definiere. Hier die Definition, die mir spontan im Gespräch eingefallen ist (das Interview war in englischer Sprache, daher auch die Definition):

A team is a group of (diverse) persons sharing a goal or even a vision and knowing and trusting each other well enough to also share their individual knowledge and experiences, ideas and creativity, and, not least, their workload.  At its best, a team is a learning organization generating synergy, knowledge and fun and ending up with more than the mere sum of its single parts.

Was meinen Sie? Trifft es das? Sind Sie Teil eines solchen Teams? Was braucht es, damit ein Team sich dahin entwickelt?

Ich freue mich auf Ihr Feedback.

 

Bild: http://www.tip-berlin.de/

Das Land aus Feuer und Eis (und einer Fußballmannschaft)

Das Land aus Feuer und Eis (und einer Fußballmannschaft)
Freude

Ich bin – zugegeben – kein Fußballfan, aber seit einem Urlaub vor zwei Jahren Island-Fan. Und daher habe ich die erstaunliche Erfolgsgeschichte der isländischen Mannschaft bei dieser Europameisterschaft mit wachsender Begeisterung und wachsendem Staunen verfolgt. Staunen darüber, was dieses Team vor anderen auszeichnet, gar nicht so sehr als Fußballspieler (das kann ich gar nicht beurteilen), sondern eben als Team.

Dabei bin ich in der Frankfurter Sonntagszeitung vom 3. Juli über einen interessanten Artikel über die beiden (!) Nationaltrainer Islands gestoßen. Deren Zusammenarbeit ist ein hervorragendes Beispiel für Diversity und Wissens- und Erfahrungstransfer:

Lars Lagerbäk (67 Jahre, Schwede, Fußballlehrer) und Heimir Hallgrimsson (49 Jahre, Isländer, Zahnarzt) sind gleichberechtigte Trainer der isländischen Mannschaft, zumindest bisher, nach der EM (und nach erfolgreich gelebtem Transfer von Wissen und Erfahrung) wird Lagerbäk den Trainerposten alleine seinem isländischen Partner überlassen. Der Schwede wird als erfahren, solide und verlässlich beschrieben, der Isländer als leidenschaftlich, begeisterungsfähig, frech und redefreudig, aber auch als ein hervorragender Analyst und exzellenter Verkäufer des Produkts „Spitzenfußball“ in Island. Zitat: „Wir sind sehr unterschiedlich, aber zusammen sind wir ein guter Coach.“ (Hallgrimsson)

Unterschiedliche Kompetenzen und Eigenschaften, die sich im Team wiederfinden, das durchaus konzentriert Fußball spielen kann, aber dabei – so scheint es – Leidenschaft und Spaß nicht verliert.

Interessant auch die bewusste Einbindung des Umfelds (die Fans als sprichwörtlicher 12. Mann): Um die Verbundenheit der Fans mit ihrer Mannschaft zu stärken, hat Hallgrimsson lange vor der EM konsequent vor Spielen den größten isländischen Fanclub besucht und Insiderwissen zu Aufstellung und Taktik weitergegeben und mit den Fans diskutiert. Wer eines der Island-Spiele im Fernsehen verfolgt hat, wird nicht in Frage stellen, dass die Fans ihre Mannschaft leidenschaftlich (Huuuu!) mittragen.

Was mir bei diesem Team am eindrücklichsten ist, ist die offensichtliche Freude, der Spaß am eigenen Tun und am eigenen Erfolg. Vielleicht ist das ja das eigentliche Geheimnis. Also: Lassen Sie uns mehr Spaß in die (Team)Arbeit bringen!

Bild: Berliner Zeitung