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	Kommentare zu: Müssen wir unsere Definition von &#8218;Wissen&#8216; überdenken? &#8211; Fortsetzung	</title>
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		<title>
		Von: Gabriele Vollmar		</title>
		<link>https://www.wissen-kommunizieren.de/2023/03/24/muessen-wir-unsere-definition-von-wissen-ueberdenken-fortsetzung/#comment-264</link>

		<dc:creator><![CDATA[Gabriele Vollmar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 10:24:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Klemens,
vielen Dank für deine Gedanken. Das untermauert sehr gut den Aspekt der &#039;nur&#039; mittelbaren, bereits verarbeiteten Erfahrung, auf die KI zugreift. Mit der Frage nach der tatsächlichen Welt begeben wir uns  tief in die Philosophie und landen am Ende bei Hegel, und der Phänomenologie des Geistes gell? Und du hast Recht, dort finden sich auch bezogen auf unsere aktuelle Diskussion interessante Aspekte, z. B. ist für Hegel ja nicht das Resultat das tatsächlich Ganze, sondern das Resultat gemeinsam mit seinem Werden, also dem Gedankengang, der letztendlich zu einem Wissen einer Überzeugung geführt hat. Etwas dem wir im Story Telling nachspüren. Ein interessanter Gedanke, welche inhärente Verbindung dieses Werden bei einer KI zum Resultat hat, oder eben nicht (s. der Widerspruch in den beiden Antworten zur Frage nach der &#039;Menschlichkeit des Wissens).
Und dieses Werden ist bei Hegel ja ein dialektisches:
1. These: Der Verstand setzt etwas als seiend.
2. Anti-These: Die Vernunft erkennt die Einseitigkeit dieser Bestimmung und verneint sie. Es entsteht ein Widerspruch.
3. Synthese: Die Vernunft erkennt eine mögliche Einheit im Widerspruch und führt alles zu einem positiven Resultat.
Auf welcher Stufe treffen wir eine KI? Ich tendiere zu Stufe 1. Aber vielleicht umfasst das statistische Rechnen auch schon Stufe 2? Sicherlich jedoch nicht die Synthese, denn diese ist mehr als Statistik, also kein rechnerisches Werten und sich für eine Seite Entscheiden, sondern ein über beides These und Antithese schöpferisch Hinausgehen.
Und noch ein interessanter Gedanke: Für Hegel bedeutsam ist ja auch, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein, die man als vernünftig anerkennt. Damit landen wir in gewisser Weise wieder beim Einfluss eines sprachlichen Kulturraums auf die KI (Stichwort Reproduktion von sozialen Biases). Allerdings betont Hegel, dass das Individuum in einer Gemeinschaft immer noch bei sich selbst ist, wohin gegen eine KI ein solches Selbst nicht hat, sondern (Mehrheits-)Substrate dieser Gemeinschaft erzeugt.
Da hast du ein ganz schönes Fass aufgemacht, Klemens! Danke!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Klemens,<br />
vielen Dank für deine Gedanken. Das untermauert sehr gut den Aspekt der &#8217;nur&#8216; mittelbaren, bereits verarbeiteten Erfahrung, auf die KI zugreift. Mit der Frage nach der tatsächlichen Welt begeben wir uns  tief in die Philosophie und landen am Ende bei Hegel, und der Phänomenologie des Geistes gell? Und du hast Recht, dort finden sich auch bezogen auf unsere aktuelle Diskussion interessante Aspekte, z. B. ist für Hegel ja nicht das Resultat das tatsächlich Ganze, sondern das Resultat gemeinsam mit seinem Werden, also dem Gedankengang, der letztendlich zu einem Wissen einer Überzeugung geführt hat. Etwas dem wir im Story Telling nachspüren. Ein interessanter Gedanke, welche inhärente Verbindung dieses Werden bei einer KI zum Resultat hat, oder eben nicht (s. der Widerspruch in den beiden Antworten zur Frage nach der &#8218;Menschlichkeit des Wissens).<br />
Und dieses Werden ist bei Hegel ja ein dialektisches:<br />
1. These: Der Verstand setzt etwas als seiend.<br />
2. Anti-These: Die Vernunft erkennt die Einseitigkeit dieser Bestimmung und verneint sie. Es entsteht ein Widerspruch.<br />
3. Synthese: Die Vernunft erkennt eine mögliche Einheit im Widerspruch und führt alles zu einem positiven Resultat.<br />
Auf welcher Stufe treffen wir eine KI? Ich tendiere zu Stufe 1. Aber vielleicht umfasst das statistische Rechnen auch schon Stufe 2? Sicherlich jedoch nicht die Synthese, denn diese ist mehr als Statistik, also kein rechnerisches Werten und sich für eine Seite Entscheiden, sondern ein über beides These und Antithese schöpferisch Hinausgehen.<br />
Und noch ein interessanter Gedanke: Für Hegel bedeutsam ist ja auch, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein, die man als vernünftig anerkennt. Damit landen wir in gewisser Weise wieder beim Einfluss eines sprachlichen Kulturraums auf die KI (Stichwort Reproduktion von sozialen Biases). Allerdings betont Hegel, dass das Individuum in einer Gemeinschaft immer noch bei sich selbst ist, wohin gegen eine KI ein solches Selbst nicht hat, sondern (Mehrheits-)Substrate dieser Gemeinschaft erzeugt.<br />
Da hast du ein ganz schönes Fass aufgemacht, Klemens! Danke!</p>
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		<title>
		Von: Klemens Keindl		</title>
		<link>https://www.wissen-kommunizieren.de/2023/03/24/muessen-wir-unsere-definition-von-wissen-ueberdenken-fortsetzung/#comment-263</link>

		<dc:creator><![CDATA[Klemens Keindl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 09:01:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Gabi, danke für deinen Artikel. jetzt habe ich meine Gedanken gleich in LinkedIn geschrieben. Aber trotzdem hier ebenso: 
Zur Frage von KI, Künstlicher Intelligenz und Wissensmanagement: Ich lese gerade über den Dt. Idealismus. In Abgrenzung zur Fokussierung auf die reine Kraft der Vernunft in der Aufklärung, betont man da, wie wichtig das emotionale Begreifen, Gefühle und immer wieder &quot;Einbildungskraft&quot; ist, um die Welt und sich selbst zu verstehen. Es geht bei (ich werfe jetzt mal grob um mich) Goethe, Schiller, Schelling, Fichte, Schlegel ... darum, ob man die Welt-wie-sie-scheint oder die &quot;tatsächliche&quot; Welt-an-sich fassen kann (eine verkürzte Darstellung). Ganz intensiv wird das Ich entdeckt, als Erschaffer der Welt (Fichte). In diesem Verständnis würde ich für die Fragen der KI daher sagen: Die KI erschießt die Welt-wie-sie-scheint und das aus Texten. Ein Mensch tut das ebenso, konstruiert also auch und v.a. im Sozialen Austausch. Aber er nimmt eben zusätzlich auch die enorme Kraft der unmittelbaren Erfahrung, das eigene Erleben mit allen Emotionen auf. (Auch das ist sehr abhängig von Sichtweisen und Konstruktionen, Ideologien und mentalen Modellen.) Die Intensität ist aber eine andere. Die KI kann in 90 von 100 Texten eine Gemeinsamkeit finden und dadurch eine wahrscheinlich im Diskurs sozialgeteilte Wahrheit / Wissen extrahieren. Ein Mensch kann aber zu 99 Texten eine dazu konträre Erfahrung machen und beschließen, nur dieser zu glauben. 
KI bleibt da sehr nützlich. Der Wert eigener Erfahrung steigt dadurch nur. Und wir alle kennen die Kraft, wenn jemand anderer überzeugend ihre /seine Erfahrungen vermittelt aus dem Story-Telling etc. Wissensmanagement bietet hier viel Instrumente.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Gabi, danke für deinen Artikel. jetzt habe ich meine Gedanken gleich in LinkedIn geschrieben. Aber trotzdem hier ebenso:<br />
Zur Frage von KI, Künstlicher Intelligenz und Wissensmanagement: Ich lese gerade über den Dt. Idealismus. In Abgrenzung zur Fokussierung auf die reine Kraft der Vernunft in der Aufklärung, betont man da, wie wichtig das emotionale Begreifen, Gefühle und immer wieder &#8222;Einbildungskraft&#8220; ist, um die Welt und sich selbst zu verstehen. Es geht bei (ich werfe jetzt mal grob um mich) Goethe, Schiller, Schelling, Fichte, Schlegel &#8230; darum, ob man die Welt-wie-sie-scheint oder die &#8222;tatsächliche&#8220; Welt-an-sich fassen kann (eine verkürzte Darstellung). Ganz intensiv wird das Ich entdeckt, als Erschaffer der Welt (Fichte). In diesem Verständnis würde ich für die Fragen der KI daher sagen: Die KI erschießt die Welt-wie-sie-scheint und das aus Texten. Ein Mensch tut das ebenso, konstruiert also auch und v.a. im Sozialen Austausch. Aber er nimmt eben zusätzlich auch die enorme Kraft der unmittelbaren Erfahrung, das eigene Erleben mit allen Emotionen auf. (Auch das ist sehr abhängig von Sichtweisen und Konstruktionen, Ideologien und mentalen Modellen.) Die Intensität ist aber eine andere. Die KI kann in 90 von 100 Texten eine Gemeinsamkeit finden und dadurch eine wahrscheinlich im Diskurs sozialgeteilte Wahrheit / Wissen extrahieren. Ein Mensch kann aber zu 99 Texten eine dazu konträre Erfahrung machen und beschließen, nur dieser zu glauben.<br />
KI bleibt da sehr nützlich. Der Wert eigener Erfahrung steigt dadurch nur. Und wir alle kennen die Kraft, wenn jemand anderer überzeugend ihre /seine Erfahrungen vermittelt aus dem Story-Telling etc. Wissensmanagement bietet hier viel Instrumente.</p>
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