Neue WMOOC Live Sessions – seien Sie dabei!

Neue WMOOC Live Sessions – seien Sie dabei!
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Die Aufzeichnung der WMOOC Live Session aus dieser Woche ist nun online verfügbar (Dauer 54’15 Min): Es gibt zahlreiche Fragen zum Umgang mit Information in einem oft verwirrenden Informationsmarkt. In dieser WMOOC 2019 Live-Session berichtet Stefan Zillich (Information + Content Professional, re:Quest Berlin) aus seiner Praxis und gibt Tipps für den effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit Information

In der nächsten Woche wird mit Dr. Angelika Mittelmann eine ausgewiesene und langjährige Expertin und ausgezeichnete Praktikerin in Sachen Wissensmanagement zu Wissensmanagement wird digital berichten, und zwar am Donnerstag, den 24.10. um 14 Uhr.

Diese Live Sessions (so wie viele noch kommende auch) sind Teil des WMOOC. Registrieren Sie sich also kostenfrei für dieses offene Bildungsangebot und nutzen Sie die Möglichkeit in den nächsten Wochen zahlreiche Wissensmanagement-Praktikerinnen und -Praktiker live zu erleben! Sie wollen immer rechtzeitig über Live Sessions informiert werden? Dann abonnieren Sie den WMOOC-Newsletter.

WMOOC 2019: die Live Sessions in Modul 1

WMOOC 2019: die Live Sessions in Modul 1
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Die Live Sessions für das erste Modul im diesjährigen Wissensmanagement-MOOC stehen fest:

Den Auftakt machen wird am 14. Oktober Stefan Zillich von re:Quest – Information Wissen Content, der aus seinem Alltag als Information Professional berichten und sicherlich viele wertvolle Praxistipps geben wird.

Und praktisch weiter geht es dann schon am 24. Oktober mit Dr. Angelika Mittelmann, die viele von ihrem Buch Werkzeugkasten Wissensmanagement kennen werden. Dieses hat sie erst kürzlich unter dem Titel Wissensmanagement wird digital grundlegend überarbeitet und aktualisiert. Bei der Live Session wird sie uns einen Einblick geben, welche Wissensmanagement-Werkzeuge welches Potenzial für eine Digitalisierung haben.

Für die Live Sessions der folgenden Module haben wir bereits Zusagen von der Otto Group, Robert Bosch GmbH, Hugo Boss AG, Hessisches Landesamt für Bodenmanagement, A1 und weiteren inspirierenden Praxisbeispielen – nicht zu vergessen die Katalanischen Fußballfreunde e.V., einer der Gewinner der Auszeichnung Exzellente Wissensorganisation.

Also, wenn Sie noch nicht Teil des WMOOC 2019 sind, melden Sie sich hier an! Sehr gerne auch für die begleitende Fortbildung zum Wissensmanagement-Professional.

Lesetipp: Wissensmanagement wird digital

Lesetipp: Wissensmanagement wird digital
Wissensmanagement_wird_digital

Viele von Ihnen kennen sicherlich das wunderbare und hilfreiche Buch Werkzeugkasten Wissensmanagement von Dr. Angelika Mittelmann.

Nun hat Angelika ihr Standardwerk überarbeitet und gewissermaßen digitalisiert: In Wissensmanagement wird digital geht sie – wie immer praxisnah und klar verständlich – der Frage nach, wie die Methoden aus dem Werkzeugkasten Wissensmanagement digitalisiert werden können bzw. inwieweit sie eine zunehmend digitale Wissensarbeit wirkungsvoll unterstützen.

Unbedingt empfehlenswert!
Werkzeugkasten Wissensmanagement
Wissensmanagement wird digital

P.S.: Am 24. Oktober wird Angelika eine Live Session im Rahmen des WMOOC zum Thema ihres neuen Buches gestalten. Eine Teilnahme am WMOOC lohnt sich also!

Lassen wir bald denken?

Aktuell schreibe ich an einem Aufsatz für eine Sonderpublikation der GfWM zum Thema Zukunft der Arbeit, Arbeit der Zukunft. Bei der Recherche bin ich nun im Kontext Automatisierung und so genannte Performance Support Systeme, die den Menschen unter Anderem durch das Abnehmen informationsverarbeitender Prozesse leistungsfähiger machen sollen, auf folgendes – aus Sicht einer Wissensmanagerin – schönes Zitat gestoßen:

„Wir wissen jedoch, dass Wissen- und Kompetenzerwerb nur dann stattfindet, wenn man sich intensiv mit Information auseinandersetzt. Je mehr uns das Selbstdenken abgenommen wird, desto mehr verlieren wir die Gelegenheit, es zu üben und zu trainieren. Und wenn man Wissen und Kompetenzen nicht anwendet, kann man sie nicht weiterentwickeln und verliert sie sogar.“
Susanne Narciss, Professorin für Psychologie des Lehrens und Lernens, TU Dresden

Wissensmanagement wird in Zeiten von KI nicht etwa obsolet, sondern immer wichtiger.

The impact of information technology on knowledge creation

I am very proud about some numbers sent to me today: The article The impact of information technology on knowledge creation: An affordance approach to social media, which I wrote in 2014 together with Prof. Heinz-Theo Wagner and Dr. David Wagner and which was published in the Journal of Enterprise Information Management, has been downloaded over 5000 times and received over 100 citations in various scientific publications.

Curious? Here you go!

Wie Roboter lernen wie Menschen

Im Wissensmanagement beschäftigen wir uns immer wieder mit der Frage, wie wir lernen und wie letztlich Wissen entsteht. Diese Frage beschäftigt auch die Forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und der Robotik. Einer von ihnen ist Sami Haddadin, Leiter der Munich School of Robotics and Machine Intelligence.

Bei einem Vortrag an der Leibniz Universität Hannover demonstriert er gemeinsam mit Roboter Franka sehr eindrücklich, wie ein Roboter bzw. eine künstliche Intelligenz lernen kann, und zwar nicht durch die (stupide) Analyse millionenfacher Datensätze, sondern durch eine Nachahmung des menschlichen Lernprozesses: in a balance of exploitation and exploration (Haddadin). Das Video verdeutlicht nicht nur, wie Maschinen schon heute lernen können, sondern zeigt auch sehr schön, wie eigentlich unser menschlicher Lernprozess im Grunde funktioniert:

Vor Kurzem nun hat Haddadin das Experiment noch weiter getrieben: Bei einer Veranstaltung in der Pinakothek der Moderne hat er maschinelles kollektives Lernen demonstriert. Er stellte mehreren Robotern die Aufgabe ein Schloss zu öffnen. Wie in obigem Video lediglich durch Ausprobieren. Wie bei Franka in Hannover braucht es eine ganze Weile, bis der erste es schafft, den Schlüssel ins Schloss zu stecken. In einem zweiten Durchgang verbindet Haddadin die Roboter über das Internet. Sobald nun einer von ihnen einen Fehlversuch macht, lernen die anderen automatisch, dass es so nicht geht und wiederholen den Fehler bereits nicht mehr. Nach einer sehr kurzen Zeit schon stecken alle Schlüssel gleichzeitig im Schloss. Leider, leider gibt es von dieser Veranstaltung kein Video.

Wie schön hätte man dieses in Vorträgen und Workshops zum Thema Corporate Learning, Lessons Learned usw. verwenden können, gell?
Und auch ein wenig Schwindelgefühl: Die Roboter lernen wie Menschen lernen, was die Menschen lehrt, wie sie lernen…

Deep Reading

Deep Reading

Bleiben wir ein wenig beim Thema Digitalisierung:

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Texte, mit denen Sie sich intensiver beschäftigen, ausdrucken? Und kommen Sie sich dabei auch manchmal peinlich altmodisch und unfit for the digital age vor? Dann kann ich Sie jetzt beruhigen: Im Herbst letzten Jahres haben sich fast 200 Forscher aus ganz Europa im norwegischen Stavanger getroffen, um über die Zukunft des Lesens zu debattieren. Die Ergebnisse dieser Debatte haben sie in der Stavanger-Erklärung festgehalten. Dort können Sie nachlesen, dass Papier immer noch der beste Träger für lange informative Texte ist, vor allem wenn es um ein tieferes Textverständnis geht und darum, das Gelesene auch zu behalten. Diese Aussage stützt sich auf eine Meta-Studie, die 54 Einzelstudien mit mehr als 17.000 Teilnehmern ausgewertet hat. Tröstlich, wenn man selbst zu den Ausdruck-Dinos gehört.

Eher Besorgnis erregend ist eine weitere Erkenntnis: Bildschirmleser überschätzen ihr Leseverständnis offenbar maßlos, was dazu führt, dass Texte mehr überflogen als gelesen werden. Und dieses unkonzentrierte Überfliegen dehnt sich auch auf das Lesen auf Papier aus. Insgesamt wird also unser Leseverständnis, die Fähigkeit konzentriert zu Lesen schlechter.

Was sind die Gründe? Dazu muss man sich nur selbst beobachten: Beim Lesen am Bildschirm bleiben wir tatsächlich selten beim Text, zu viele Ablenkungen, z. B. aufpoppende E-Mails, Tweets, Erinnerungen usw., stören die Konzentration – und wir lassen uns stören. Dem kann natürlich jeder von uns selbst entgegenwirken, indem wir solche potenziellen Störquellen für das Lesen am Bildschirm ausschalten.

Das geringere Leseverständnis hat, laut der Stavanger-Forscher, aber auch andere, tiefer liegende und weniger einfach zu beseitigende Gründe. Zum Beispiel embodied cognition. Damit wird die Tatsache bezeichnet, dass die Wahrnehmung von Text auch über unseren Körper funktioniert. Und dieser erhält beim digitalen Lesen weniger Orientierung, z. B. das Gewicht der bereits gelesenen bzw. noch zu lesenden Seiten eines Buches in der rechten und linken Hand. Weniger Orientierung bedeutet weniger Erinnerungsanker, wie die Neurobiologin Theresa Schilhab von der Universität Arhus und eine der Unterzeichnerinnen der Stavanger-Erklärung erforscht hat. In digitalen Texten sind wir weitgehend orientierungslos und daher findet unser Erinnerungsvermögen wenig Ankerpunkte.

Die Stavanger-Gruppe will nun herausfinden, wie das digitale Lesen verbessert werden kann. Noch gibt es dazu keine Patentrezepte.

Übrigens, haben die Forscher auch festgestellt, dass die konzentrierte Rezeption kognitiv anspruchsvoller Texte schlichtweg Übungssache ist. Das hat nun wieder jeder von uns selbst in der Hand, gell?

Haben Sie es bis hierher geschafft? Und was konnten Sie sich aus dem – zugegeben recht langen – Blogbeitrag merken?