Month: November 2016

Live Session zu „Wissensmanagement erfolgreich einführen“ – Video online

Am 18. November habe ich im Rahmen des WMOOC 2016 eine Live Session gegeben. Es ging um die Frage, wie Wissensmanagement in Organisationen nachhaltig und erfolgreich eingeführt werden kann. Der Video-Mitschnitt meiner persönlichen Lessons Learned dazu sowie die anregende Frage- und Dialogrunde im Anschluss ist jetzt of Youtube verfügbar (Dauer 49 Min):

Viel Spaß beim Gucken.

Willkommen im Wissensgarten – zusätzliches Gratis-Lesefutter

Bevor es diesen Blog gab, gab es die Kolumne in der Zeitschrift Wissensmanagement – das Magazin für Führungskräfte. Dort habe ich in jeder Ausgabe meinen Gedanken (mehr oder weniger) zu Wissensmanagement (mehr oder weniger) freien Lauf gelassen. Alle zwei Jahre habe ich eine kleine Sammlung dieser Kolumnen als Broschürle (wie die Badenerin sagt) an meine Kunden verschenkt und als Gratis-Lesefutter auf dieser Website zur Verfügung gestellt.

Bis auf…die letzte mit den Kolumnen aus 2013-14. Diese hatte ich wohl – im Umbau der Website – schlicht vergessen. Aber nun gibt es auch diese zum Herunterladen. Und ich hoffe, so mancher Gedanke darin hat nichts an Schrägheit verloren… Viel Spaß!

SSC WM auf dem gkcBER16

Heute habe ich auf dem Knowledge Camp der GfWM (Twitter Hashtag #gkcBER16) eine Session zu „Wissensmanagement als Shared Service Center“ gegeben. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer der Session, die so viele und so inspirierende Fragen gestellt haben. Und ganz herzlichen Dank an Jenny, die direkt in der Session über Google Docs die Session protokolliert hat. Hier das Protokoll.

Viel Interaktion, viel Spaß, viel Reden, viele Ideen – knowledgecamp eben…

Freiwiligkeit motivieren

Freiwiligkeit motivieren
Ehrenamt

Peter Drucker war schon in den 80er Jahren überzeugt: „In der Wissensgesellschaft gibt es nur Freiwillige.“

Nehmen wir diese Aussage nun einmal ernst und stellen uns die Frage: Was motiviert Freiwillige?

Motivationsfaktoren für freiwilliges Engagement sind:

  • Sinnhaftigkeit der Tätigkeit (Wozu?)
  • Wertschätzung
  • Soziale Interaktion
  • Selbstbestimmung
  • Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung
  • Möglichkeiten zur Mitgestaltung (z. B. der Strategie)

Übertragen auf das Wissensmanagement einer Organisation bedeutet dies:

  • Ziele und Nutzen sind klar (kommuniziert) und wahrnehmbar und persönlich erfahrbar.
  • Die Führungskräfte schätzen das Wissen ihrer Mitarbeiter sowie deren Bereitschaft, dieses Wissen in der Organisation einzubringen. Und sie bringen diese Wertschätzung deutlich zum Ausdruck.
  • Wissensmanagement verlangt nicht nur Wissen in Datenbanken o.ä. zu dokumentieren, sondern bietet Raum und Anlässe für Interaktion und Kommunikation (unmittelbaren Wissensaustausch).
  • Der Mitarbeiter kennt die Rahmenbedingungen für seine Wissensarbeit, kann sich in diesem Rahmen aber weitgehend selbstbestimmt bewegen.
  • Wissensmanagement unterstützt die persönliche Entwicklung.
  • Wissensmanagement wird partizipativ gestaltet.

Vielleicht sind diese Faktoren nachhaltiger wirksam als viele Anreizsysteme?

 

Bild: Stiftung Naturschutz Berlin

Partner für Forschung zu internationalem Wissensmanagement gesucht!

Partner für Forschung zu internationalem Wissensmanagement gesucht!
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Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, erinnert sich vielleicht an das „Shanghai Journal“ im Mai diesen Jahres. Kürzlich war ich für diesen Kunden nun auch in Detroit, USA, um auch dort Workshops zum Thema „Wissenstransfer“ durchzuführen (daher auch das Bild von den Motown Studios in Detroit).

Wenig erstaunlich: Der Umgang mit Wissen unterscheidet sich, ist in China anders als in USA anders als in Deutschland.
Umso erstaunlicher: Es gibt kaum Forschung zu „interkulturellem Wissensmanagement“, und das, obwohl der Wissenstransfer und die gemeinsame Wissensentwicklung in internationalen und kulturell heterogenen Teams immer mehr zum Tagesgeschäft auch kleinerer Unternehmen gehört. Warum untersucht als niemand, wo konkret die Unterschiede liegen? Und wie diese sich am besten überwinden oder ganz fruchtbar nutzen lassen? Warum untersucht niemand, wie ein Framework für internationale, interkulturelle Wissensarbeit aussehen kann?

Gute Fragen, oder? Und weil es gute Fragen sind, entwickle ich aktuell mit Partnern ein Forschungsprojekt zu genau diesem Thema. Die Projektskizze ist aktuell in der Entstehung.
Damit das Ganze funktioniert, sind wir nun auf der Suche nach Unternehmen (bis max. 1000 Mitarbeitern) mit solchen internationalen, kulturell heterogenen Teams, also Niederlassungen im Ausland, die bereit sind, ein oder mehrere dieser Teams als „Forschungsobjekte“ zur Verfügung zu stellen und als Gegenleistung von den Erkenntnissen unmittelbar zu profitieren.

Interessiert? Dann melden Sie sich bitte einfach bei mir!

Digitalisierung bedingt Demokratisierung?

Digitalisierung bedingt Demokratisierung?
demokratie

In den letzten Wochen und Monaten beherrscht die so genannte Zukunft der Arbeit (oder Arbeit der Zukunft?) mehr und mehr auch die Schlagzeilen in den Nicht-Fach-Medien und dabei geht es immer wieder um zwei Megatrends: Digitalisierung der Arbeit und Demokratisierung der Arbeit.

Ich frage mich nun: Sind dies zwei unabhängige, lediglich zeitlich koinzidierende Entwicklungen? Oder bedingt die Digitalisierung die Demokratisierung? Und wenn ja, wodurch?

Einige Thesen:

  • Durch die Digitalisierung wird Arbeit zunehmend zu Wissensarbeit und damit verkehren sich die „Herrschafts- und Machtverhältnisse“ in der Organisation: Der Arbeitnehmer wird zum Wissensgeber und der Arbeitgeber zum Wissensnehmer.
  • Als digitale Wissensarbeiter werden Menschen außerdem zunehmend unabhängig von Organisationen: Wo ein Fließbandarbeiter noch eine (teure) industrielle Infrastruktur benötigt, um seine Arbeitskraft überhaupt einsetzen zu können, braucht ein Wissensarbeiter eine Organisation nur noch bedingt: als Ort potenzieller Interaktion mit anderen Wissensarbeitern. Als Ort eines erleichterten, erweiterten Zugangs zu Informationen. Als Ort potenzieller Effizienzsteigerung durch die (temporäre) Nutzung von Strukturen. Erneut: Machtverschiebung zugunsten des Individuums.
  • Die durch die Digitalisierung befeuerte Daten- und Informationsflut, die hohe Wissensdynamik bedingen, dass Kooperation im Sinne eines gemeinsam Wirken an Bedeutung gewinnt. Der individuelle Informations- und Wissensarbeiter braucht andere, um das rasant mit dem Wissen mitwachsende Feld seines Unwissens zu vermessen und ggf. zu explorieren. Und Vernetzung ist per se erst einmal flach und horizontal, nicht hierarchisch-vertikal.
  • Durch die Digitalisierung findet eine Virtualisierung der Grenzen der Organisation statt. Der dadurch bedingte immer freiere Zugriff auf Informationen, die freie Möglichkeit zur individuellen (Wissens-)Entwicklung führt zu einem freieren Denken und zu einem Anspruch auf Freiheit und Entfaltung (bei eben nur gering wahrgenommenen (organisationalen) Begrenzungen).

Sie sehen schon, die vielen Parenthesen machen deutlich, wie der Kopf noch arbeitet und sich müht. Frei nach Kleist werden die Gedanken erst beim Schreiben verfertigt. Work in Think Progress also.
Vielleicht haben ja auch Sie noch weitere Thesen? Oder Lust die oben genannten fortzuführen. Ich freue mich auf Feedback!

 

Bild: gbw.at