Wissensarbeit

Der Weg zum Zweithirn mit Niklas Luhmann

Ach, wer von uns hätte nicht gerne ein Zweithirn, um ‚Merkwürdiges‘ aufzubewahren und bei Bedarf wieder hervorzuholen. In diesem weiteren Erklärvideo aus meinem Mastermodul Wissensmanagement-Modelle und -Strategien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg erläutern Benedikt Benisch, Simon Engler und Mirko Gleichauf wunderbar anschaulich die Methode Zettelkasten von Niklas Luhmann als Hilfsmittel für das persönliche Wissensmanagement (Dauer Min 7’12):

Herzlichen Dank, Benedikt, Simon und Mirko, nicht nur für die schöne Erläuterung, sondern auch für die ganz wunderbaren Zitate, die ihr für euer Video gefunden habt.

Wie Wissen entsteht

Wie Wissen entsteht
WMOOC

…Psychologische Aspekte des Lernens.

Darum wird es diese Woche in der WMOOC Live Session mit der Psychotherapeutin Susanne Zillich gehen. Und zwar am Dienstag, dem 8. Dezember um 11 Uhr. Dabei wird auch die Frage des persönlichen Lernens, der Resilienz und Stressbewältigung in Zeiten verstärkter virtueller Zusammenarbeit eine Rolle spielen. Also gleichermaßen ein grundlegend und zeitloses Thema wie auch ein hochaktuelles. Ich bin schon sehr gespannt auf interessantes Expertinnenwissen von Susanne Zillich.

Wer gerne dabei sein möchte, aber beim WMOOC nicht registriert ist, melde ich einfach bitte direkt bei mir. Ich schicke die Einwahldaten dann gerne zu.

neue GfWM Publikation: Gestaltung der Arbeit in der Zukunft

Beim GfWM Knowledgecamp in Berlin letzte Woche – das übrigens wieder eine wunderbar inspirierende und lebendige Veranstaltung war – wurde eine neue Publikation vorgestellt: Gestaltung der Arbeit in der Zukunft. Neue Antworten im Lichte des Wandels.
Es ist ein kuratiertes Dossier der Fachgruppe Digitale Transformationsprozesse von der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. in Zusammenarbeit mit der Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft e.V.

Ich selbst durfte mit einem Aufsatz an dieser Publikation mitwirken. Thema: Die Idee der Resonanz – zur Rolle von Organisation und Führung für die Ermöglichung von New Work.

Daneben gibt es vielfältig Artikel zu den psychologischen Aspekten des neuen Arbeitens, zu partizipativem Bauen und Architektur, zu Mediendidaktik und Open Education.

Lassen Sie sich also inspirieren! Die Publikation, deren Startauflage als Print bereits vergriffen ist, kann hier online gelesen oder als PDF heruntergeladen werden.

Knowledge Gardening wieder verfügbar

Knowledge Gardening wieder verfügbar
Buch_Knowledge-Gardening

Immer wieder werde ich von potenziellen Lesern meines Buches Knowledge Gardening – Wissensarbeit in intelligenten Organisationen kontaktiert, die anfragen, ob ich denn noch Belegexemplare hätte, die ich abgeben könne. Das Buch ist seit einigen Jahren vergriffen. Leider gilt das mittlerweile auch für meine Belegexemplare.

Nun habe ich festgestellt, dass mein Buch als eBook wieder verfügbar ist. Wer es also lesen möchte, hier besteht die Möglichkeit…

Lassen wir bald denken?

Aktuell schreibe ich an einem Aufsatz für eine Sonderpublikation der GfWM zum Thema Zukunft der Arbeit, Arbeit der Zukunft. Bei der Recherche bin ich nun im Kontext Automatisierung und so genannte Performance Support Systeme, die den Menschen unter Anderem durch das Abnehmen informationsverarbeitender Prozesse leistungsfähiger machen sollen, auf folgendes – aus Sicht einer Wissensmanagerin – schönes Zitat gestoßen:

„Wir wissen jedoch, dass Wissen- und Kompetenzerwerb nur dann stattfindet, wenn man sich intensiv mit Information auseinandersetzt. Je mehr uns das Selbstdenken abgenommen wird, desto mehr verlieren wir die Gelegenheit, es zu üben und zu trainieren. Und wenn man Wissen und Kompetenzen nicht anwendet, kann man sie nicht weiterentwickeln und verliert sie sogar.“
Susanne Narciss, Professorin für Psychologie des Lehrens und Lernens, TU Dresden

Wissensmanagement wird in Zeiten von KI nicht etwa obsolet, sondern immer wichtiger.

Es gibt ihn – den learning tracker

Es gibt ihn – den learning tracker
Fitness Tracker oder Learning Tracker

Erinnern Sie sich noch an meine Idee eines learning trackers? Also einer App, ähnlich einer Fitness-App, die meine Lern-Events trackt und mich eventuell auch erinnert, wenn ich Lernziele nicht erreiche?

Die Idee war ja recht spontan und unausgegoren in einer meiner Vorlesungen entstanden, als die Studierenden mich fragten, wie diszipliniert ich selbst denn lernte. Nun ja…

Nun hat mich diese Woche Lukas von Hohnhorst, Stundent der Betriebswirtschaft an der Universität Mannheim, kontaktiert mit der Nachricht, er habe einen solchen learning tracker entwickelt, und zwar zunächst als persönliches Lerntagebuch für sich selbst. Doch lesen Sie selbst, wie er Entstehung und Nutzung seines Lerntagebuches beschreibt!

Bildquelle: www.choice.com.au

Macht die digitale Transformation Wissensmanagement obsolet?

Macht die digitale Transformation Wissensmanagement obsolet?
Bildquelle: integrify.com

Diese Frage stellte mir zum Jahresauftakt einer meiner Kunden in einem KM Strategy Talk, den wir regelmäßig führen. Anlass also, mich etwas intensiver mit dem Verhältnis von Digitalisierung und Wissensmanagement gedanklich auseinanderzusetzen. Hier meine Ideen (die Sie gerne kommentieren oder weiterführen dürfen):

  • Trotz vieler verheißungsvoller oder auch erschreckender Zukunftsszenarien, die mit Blick auf das maschinelle Lernen und künstliche Intelligenz entworfen werden, befinden wir uns beim Thema Digitalisierung in den Organisationen heute de facto nach wie vor auf der Stufe Daten- und Informationsmanagement. Wenn wir an die Northsche Wissenstreppe denken, kann eine wesentliche Aufgabe von Wissensmanagement darin bestehen, den Schritt von Daten und Informationen zu Wissen, zu unterstützen. Dieser ist m.E. derzeit noch in den meisten Szenarien ein zu tiefst menschlicher. Das ist nun gewiss nicht neu, doch wird diese Aufgabe aufgrund des (über)mächtigen Drucks, den die Fülle an Daten und Informationen ausübt, drängender. Dazu kann die Aufbereitung von Daten und Informationen, Stichwort Visualisierung, ebenso gehören wie das Erlernen der Kunst, die richtigen Fragen zu stellen und die Antworten zu verstehen. Wissensmanagement also unmittelbar an der (technischen) Schnittstelle zum Daten- und Informationsmanagement.
  • Nicht nur die Unternehmen, auch die Menschen sind mit der Daten- und Informationsflut überfordert (vgl. Artikel der RWTH Aachen). Der Bedarf an Überblickswissen, an Prozess- und Systemverständnis steigt. Auch hier kann Wissensmanagement Nutzen stiften:
    • in einer zunehmenden Verschmelzung von Wissensmanagement und Personalentwicklung im Sinne eines corporate learning durch die Unterstützung prozessintegrierten und kontinuierlichen Lernens
    • durch die Befähigung zum persönlichen Wissensmanagement (auch mit dem Ziel einer ausgeprägten Ignoranzkompetenz) mit dem Ziel der produktiven Wissensarbeit
    • durch die Unterstützung einer Vernetzung der Köpfe als Gegenpol zur Vernetzung von Daten und Informationen; gerade in Zeiten der Digitalisierung ist der Community-Gedanke vielleicht einer der wirkmächtigsten
  • Natürlich wird auch die Zusammenarbeit immer stärker virtualisiert (dezentrale Teams, mobiles Arbeiten usw.). Vielleicht ist ja Virtualisierung viel eher das Neue, das wir aktuell erleben, und nicht die Digitalisierung, die ja im Grunde mit dem Rechnerzeitalter schon vor Jahrzehnten begonnen hat. Aber das ist ein anderes Thema. Für die Kollaboration in virtuellen Teams und Netzwerken gibt es zahlreiche smarte IT-Tools, doch auch hier erleben wir in vielen Organisationen ein Scheitern, weil der Bedarf an Orientierung nicht erkannt, oder nicht akzeptiert wird. Hier kann Wissensmanagement konkrete Use Cases, gegebenenfalls heruntergebrochen auf entsprechende Templates, entwickeln, die diese Form der Kollaboration und des Wissensaustausches optimal unterstützen. Mit Blick auf den Einzelnen passiert etwas ähnliches ja gerade mit den so genannten digital workplaces. Auch hier sollte Wissensmanagement seine Perspektive einbringen, denn der digital workplace ist in erster Linie ein knowledge workplace.
  • A propos, workplace: Bei aller Digitalisierung und Virtualisierung hat in den letzten Jahren auch die Frage nach der besten physischen Arbeitsumgebung mächtig Fahrt aufgenommen. Organisationen investieren deutlich in neue Bürokonzepte usw. Auch hier kann und sollte sich Wissensmanagement einbringen: Wie können Kommunikation und Wissensfluss, aber auch konzentrierte individuelle Wissensarbeit durch entsprechende räumliche Settings unterstützt werden?
  • Und schließlich, bleibt eine alte Herausforderung nicht nur erhalten, sondern gestaltet sich in Zeiten rasanten Wandels und anflutender Daten und Informationen ungleich drängender, nämlich die Frage nach dem relevanten Wissen – für die Organisation genauso wie für den Einzelnen, mit Blick auf Hier und Heute genauso wie mit Blick auf die Zukunft. Es wird Zeit, Wissensmanagement als strategischen Akteur zu positionieren!