Wissensmanagement

Ein neuer Wissensbaustein?

Im Rahmen meiner Lehrveranstaltung zu Wissensmanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg haben wir uns am Freitag mit verschiedenen Wissensmanagement-Modellen beschäftigt, darunter (natürlich) auch das Bausteine-Modell nach Probst et al. Dabei äußerte eine Studentin einen interessanten Gedanken: Sollten die Bausteine bzw. Wissensprozesse in Zeiten von Fake News und KI generiertem „Wissen“ eventuell um einen Baustein „Wissen validieren“ ergänzt werden?

Vielen Dank für diese Anregung zum Nachdenken, liebe Jasmin!

Mit dem GfWM Kompetenzkatalog zu den Future Skills

Pünktlich zur jährlichen Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) e.V. ist Band 6 des von der GfWM herausgegebenen Kuratierten Dossiers erschienen. Dieses Mal unter dem Titel Future Skills Knowledge Management.

Wie immer versammelt die Publikation lesenswerte und inspirierende Beiträge rund um das Thema Wissensmanagement. Einer davon stammt aus der Feder von Angelika Mittelmann, Ute John und mir. Darin wenden wir den von uns entwickelten Kompetenzkatalog Wissensmanagement exemplarisch auf drei fiktive Wissensarbeiter:innen an und gehen dabei der Frage nach, welche Future Skills diese benötigen. Den Beitrag findet ihr im Dossier oder als Einzelpublikation direkt hier.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Die KI, das implizite Wissen und die Expert:innen

Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die kleine Serie hier in meinem Blog vor fast einem Jahr, in der wir teilweise auch gemeinsam über Künstliche Intelligenz (KI) philosophiert haben (ist sie intelligent? ist sie kreativ? verfügt sie über Wissen?…).

Nun habe ich dazu heute Interessantes gelesen, und zwar von David Autor (Applying AI to Rebuild Middleclass Jobs. NBER Working Paper 32140). Autor geht explizit auf die Polanyischen Kategorien ‚explizites‘ und ‚implizites‘ Wissen ein, wenn er darlegt wie sich Digitalisierung und KI auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt haben und aktuell auswirken. Er argumentiert, das explizite Wissen, also das laut Polanyi gut verbalisierbare Wissen, sei bereits in den vergangenen Jahrzehnten der Digitalisierung in Computercodes und Algorithmen übertragen worden, wodurch Berufe der Mittelschicht, in denen es vorrangig um dieses Wissen geht, unter Druck gerieten. Ebenso wie minder qualifizierte Berufe, weil nun mehr Menschen in diese Berufe drängten. Profitiert hätten hoch qualifizierte Wissensarbeitenden: Computer hätten es diesen Expert:innen ermöglicht sich auf die Interpretation und (komplexe, Anm. der Autorin) Verwendung von Informationen zu konzentrieren, wofür es auf das implizite Wissen ankomme, das Computer bisher nicht nachbilden konnten.

Nun könne, so Autor, aber die KI Regeln eigenständig entwickeln und damit implizites Wissen, das schwer weiterzugeben ist, selbst erlernen: „Künstliche Intelligenz kann auf der Grundlage von Training und Erfahrung improvisieren. So kann sie Expertenurteile fällen – eine Fähigkeit, die bisher nur Eliteexperten vorbehalten war. Obwohl sie erst in den Kinderschuhen steckt (…)“.

Autors Theorie eines Statusverlusts von Expert:innen wird durch Studien aus der Praxis bestätigt. So haben beispielsweise Kolleg:innen von Autor am MIT Akademiker:innen unterschiedliche Schreibaufgaben gestellt, die einmal mit, einmal ohne Hilfe einer KI bearbeitet werden sollten. Dabei hat sich gezeigt, dass sich zwar alle mittels der KI verbesserten, sowohl hinsichtlich der Effizienz als auch des Ergebnisses, die schwächeren Schreiber aber deutlich mehr als die bereits guten. D.h. der Abstand zwischen Mittelbau und Elite wird mit KI geringer.

WMOOC Vorschau auf den Januar

WMOOC Vorschau auf den Januar
WMOOC

Mit dem Ende der dritten Woche haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am WMOOC 2023 nun auch schon das dritte und vorletzte Modul abgeschlossen und sich schöne und erholsame Weihnachtsferien verdient. Die WMOOC-Ferien dauern dieses Mal extra lang, nämlich bis zum 8. Januar, dann startet das vierte und letzte Modul mit dem Schwerpunkt: Praxisbeispiele.

Und natürlich gibt es dazu wieder tolle Live Sessions, die wir schon einmal vor ankündigen:

  • Am 11. Januar um 16 Uhr teilt Laura Rinker von der Universität Hohenheim aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema „Motivieren für den Wissenstransfer“ mit uns.
  • Ausnahmsweise erst am 30. Januar um 17 Uhr, also eigentlich schon nach dem offiziellen Ende des WMOOC, gibt uns Barbara Geyer-Hayden von der Hochschule Burgenland Einblick in ihr persönliches Wissensmanagement, und zwar insbesondere wie sie schon heute verschiedene KI-Tools nutzt, um die Produktivität ihrer Wissensarbeit zu steigern. Ich kann nur sagen: Ich habe bereits viele Anregungen diesbezüglich von ihr übernommen.
  • Dazwischen gibt es noch eine weitere Session, deren Termin noch nicht final feststeht: Erik Schulz vom Knowledge Management der DB Engineering nimmt uns mit in die Praxis des Wissensmanagements in seinem Unternehmen und seine Rolle als Wissensmanager.
  • Und schließlich werden Dirk und ich noch eine abschließende interaktive Live Session mit euch machen: Was hat euch am MOOC gefallen? Was sollten wir beim nächsten Mal anders machen? Der genaue Termin steht noch nicht fest. Trotzdem hoffen wir – zum Abschluss – schon mal auf eifrige Teilnahme, gell?

Wie immer sind Gäste bei allen Live Sessions herzlich willkommen. Bei Interesse einfach bei mir melden!

Feedback zur Mindmap Wissensmanagement erbeten

Feedback zur Mindmap Wissensmanagement erbeten

Ich hatte an dieser Stelle ja bereits über die Mindmap Wissensmanagement berichtet, die derzeit von einer Fachgruppe der GfWM, der ich angehöre, erarbeitet wird.

Ein erster Zwischenstand ist nun veröffentlicht und darf gerne kommentiert werden. Dazu steht bis Ende des Jahres ein Conceptboard zur Verfügung. Also Sticky Notes schnappen und an der Map mitarbeiten! Im Januar wird sich die Fachgruppe wieder treffen und alle Rückmeldungen verarbeiten.

Wissensmanagement bei der Asian Development Bank – WMOOC Session Aufzeichnung

Seit gestern ist die Aufzeichnung einer Live Session noch aus dem letzten WMOOC veröffentlicht: Wissensmanagement mit der Zukunft – Beispiele von der Asiatischen Entwicklungsbank mit Susan Roth, Chief of Knowledge Management bei der ADB. Ein lohnender Blick über den (deutschen) Tellerrand! (Dauer: 52’02 Min.)

Die Nachbearbeitung der Aufzeichnungen aus dem WMOOC 2023 läuft. Ich halte euch auf dem Laufenden. Allerdings hatten wir nun bereits zwei sehr anregende Sessions, die auf Wunsch des jeweiligen Unternehmens nicht veröffentlicht werden dürfen: einmal Von AR bis AI – digitales Wissensmanagement bei der EnBW AG und einmal Wissensmanagement in der Werkshalle bei Daimler Trucks. Es lohnt sich also immer live bei den Sessions dabei zu sein. Hier eine kleine Vorschau auf die nächsten:

  • 30.11. 13 Uhr: Anja Lorenz von der oncampus-Plattform über die Motivation hinter oncampus, Erfahrungen mit dem Aufbau einer solchen Plattform und deren Betrieb
  • 5.12. 11 Uhr: Thiemo von Gillhaußen von Congree über: Von der Terminologie zur Ontologie
  • 12.12. 17 Uhr: Karsten Ehms, Vorsitzender des Beirats der Gesellschaft für Wissensmanagement über Zero Bullshit Knowledge Management
  • 13.12. 17 Uhr: Angelika Mittelmann und Christine Erlach über ihre Mustersprache Wissenstransfer

Gäste sind bei den Live Sessions immer gerne willkommen. Bei Interesse bitte einfach bei mir melden!

Und wieder 2 WMOOC Live Sessions am 13. und 14.11.

Und wieder 2 WMOOC Live Sessions am 13. und 14.11.
WMOOC

Während der Laufzeit des Wissensmanagement-MOOC, also bis Mitte Januar, möchte ich diesen Blog nutzen, um auf die jeweils anstehenden Live Sessions hinzuweisen. Diese sind auch für nicht im WMOOC registrierte Interessierte offen. Am besten bei mir direkt melden, ich schicke dann die Einwahldaten, oder für den Newsletter im Wissensmanagement-Kursbuch registrieren. Dann erhalten Sie immer rechtzeitig die Einladung zur jeweils nächsten Live Session, schon mit Einwahldaten.

In den nächsten 2 Wochen gibt es nun erneut gleich 2 tolle Sessions:

Thema 1: K4DP – Knowledge for Development – Aktuelle Wissensmanagement-Initiativen weltweit mit Dr. Andreas Brandner (CEO K4DP und KMA Knowledge Management Austria)
Andreas Brandner berichtet über die Agenda und die Aktivitäten von K4DP und unterstützende Initiativen weltweit, z. B. in afrikanischen Ländern: „K4DP aims to include stakeholder groups from all over the world to create, drive, and implement the Agenda Knowledge for Development for better knowledge sharing and collaboration, increased competence in knowledge management, and better conditions for individual knowledge work.“
Der Vortrag ist in deutscher Sprache.
Termin: Montag, 13. November, 17 Uhr

Thema 2: Warum ist Wissensmanagement (auch) in der Produktion sinnvoll? Und wie kann sie dort gelingen? mit Larissa Uebereck (Qualitätsingenieurin Daimler Truck)
Im Vortrag berichtet Larissa von ihren Erfahrungen und Learnings aus der Qualitätssicherung im Sonderfahrzeugbau bei Daimler Truck. Dort hat sie unter Anwendung von Design Thinking Methoden in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden die Wissensflüsse in der Qualitätssicherung untersucht, sowie einen Optimierungsansatz erarbeitet. Der Vortrag sensibilisiert für die Chancen und Problematiken von WM im Produktionsumfeld und hilft uns dabei zu erkennen, dass WM nicht nur für den klassischen Wissensarbeitenden, sondern auch für Produktionsmitarbeitende relevant ist.
Termin: Dienstag, 14. November, 16 Uhr

In der Regel werden die Live Sessions aufgezeichnet und die Aufzeichnungen auf dem Youtube-Kanal der Open Academy veröffentlicht. Für die Live Session am 14.11. mit Larissa Uebereck steht noch nicht abschließend fest, ob diese aufgezeichnet werden darf. Also am besten live dabei sein!

WMOOC Live Session zu Body of Knowledge

WMOOC Live Session zu Body of Knowledge
WMOOC

Ich freue mich sehr, dass Stefan Zillich, seines Zeichens Information Professional, auch in diesem Jahr wieder den WMOOC mit einer Live Session bereichert. Dieses Mal geht es um die Faktoren, die unseren Umgang mit Wissensbeständen (Bodies of Knowledge) maßgeblich beeinflussen können. Ein Body of Knowledge (BoK) bezeichnet den Wissensbestand einer fachlichen Disziplin und wird uns präsentiert von deren Vertretern. Unsere Entscheidung, einen BoK zu akzeptieren, hängt von dessen Inhalten ab. Doch es lohnt sich, noch weitere Faktoren zu beachten, die unseren Umgang mit Wissensbeständen maßgeblich beeinflussen.
Stefan Zillich (re:Quest, Berlin) weist auf die Rolle von Meta-Information über Wissensbestände hin. Er stellt vor dem Hintergrund von Erfahrungen und Projekten Ideen und strukturierte Fragen vor, die uns einerseits beim Entscheidungsprozess für oder gegen einen BoK unterstützen. Andererseits lassen sich daraus Punkte ableiten, mit denen die Herausgeber eines BoK dessen Akzeptanz erhöhen können.

Also: Mittwoch, 9. November 16 Uhr: Ist das m/ein Body of Knowledge mit Stefan Zillich (re:Quest). Bei Interesse bitte bei mir melden, ich sende die Einwahldaten zu!

Diese Session ist übrigens eine Fortführung einer Session aus dem WMOOC 2022. Es ist aber keine Voraussetzung, diese vorab anzuschauen!

Feedback erbeten: Mindmap Wissensmanagement

Im letztjährigen WMOOC hat Sonja Kaiser, einer der Teilnehmerinnen, angefangen das neu Gelernte zum Thema Wissensmanagement in einer persönlichen Mindmap zu verarbeiten. Daraus ist eine GfWM-Fachgruppe entstanden (neben Sonja waren das Sabine Wax, Martin Harnisch, Florian Schmuhl, Dirk Liesch und ich), in der wir seit Anfang des Jahres an einer solchen Übersicht und Orientierung zum Thema Wissensmanagement arbeiten.

Nun möchten wir gerne den aktuellen Stand vorstellen und Feedback einholen. Dazu lädt die GfWM herzlich ein (und ich natürlich auch). Seid dabei! Anmeldung bitte direkt über die Website der GfWM:

Übrigens, da der Termin in die Vorweihnachtszeit fällt, laden wir nicht nur zum Gespräch, sondern auch zum Tee. Wer sich meldet, bekommt einen Tee per Post!