Orientierungslos

Orientierungslos
Shanghai Wegweiser

In den letzten Wochen habe ich einige Inhouse-Seminare bei unterschiedlichsten Organisationen sowohl der Privatwirtschaft als auch des öffentlichen Sektors gegeben. Alle legten einen Schwerpunkt auf persönliches Wissensmanagement bzw. eine Art bottom-up empowering des einzelnen Wissensarbeiters.

Dagegen ist nun nichts einzuwenden. Meine Lieblings- (und auch eigene) Definition von Wissensmanagement ist ja auch, dass Wissensmanagement förderliche Rahmenbedingungen für produktive Wissensarbeit gestaltet. D.h. im Mittelpunkt steht die Wissensarbeit und damit der (einzelne) Wissensarbeiter. Eine Befähigung zur produktiveren Wissensarbeit ist also ein wesentliches Element dieses Rahmens. Aber ein Rahmen besteht nicht aus nur einem Element – wäre doch ganz schön löchrig, gell?

Mich beschleicht zunehmend das ungute Gefühl, dass Organisationen sich – nach wie vor – scheuen, das dicke Brett eines echten organisationalen Wissensmanagements zu bohren und stattdessen versuchen ganz smart den Ball an die Mitarbeiter zu spielen. Nach dem Motto: Wenn jeder für sich ein gutes Wissensmanagement macht, dann passt es auch für die Organisation.

Nun ist aber bekanntermaßen eine Organisation mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Und persönliches Wissensmanagement stößt ohne ein kompatibles organisationales allzu rasch an seine Grenzen.

Und das merke nicht nur ich als bekennende WM-Strategie-Predigerin, sondern auch die Mitarbeiter selbst. In allen Seminaren der letzten Wochen wurde nämlich ein organisationsweiter Orientierungsrahmen in Sachen Wissensmanagement schmerzlich vermisst und deutlich eingefordert. Ob diese Forderung nun aber auch an der richtigen Stelle gehört wird…? Die Führungskräfte waren bei allen Trainings sehr dünn gesät.

 

P.S.: Eine Lernende Organisation ist auch mehr als eine Organisation, die ihren Mittgliedern ermöglicht individuell zu lernen, oder etwa nicht?

 

Webinar-Aufzeichnung „Aus Erfahrungen lernen“ verfügbar

Webinar-Aufzeichnung „Aus Erfahrungen lernen“ verfügbar
Webinar

Die Aufzeichnung des Webinars „Aus Erfahrungen lernen“ aus der Webinar-Reihe „Umgang mit Wissen in der ISO 9001“ ist nun verfügbar. Das Webinar hat am 28. Juni 2017 stattgefunden.

Sie möchten gerne an der noch laufenden Webinar-Reihe teilnehmen? Dann melden Sie sich ganz einfach kurz und formlos bei mir!

Nächstes Webinar zum „Umgang mit Wissen in der ISO9001“ am 28. Juni

Nächstes Webinar zum „Umgang mit Wissen in der ISO9001“ am 28. Juni
Webinar

Am 28. Juni um 11 Uhr wird das nächste Webinar unserer kleinen Reihe zum „Umgang mit Wissen in der ISO 9001“ stattfinden.

Thema dieses Mal wird sein, wie aus Erfahrungen tatsächlich und nachhaltig gelernt werden kann bzw. warum Lessons Learned (so oft nicht) funktionieren. Referentin bin dieses Mal ich selbst.

Ich freue mich, wenn Sie dabei sein können. Bitte melden Sie sich formlos bei mir, ich werde Ihnen dann die Zugangsdaten zuschicken.

Bis Mittwoch!

 

Bild: www.rockmyimage.com

 

Letztes Erklärvideo meiner Studierenden jetzt online

Letztes Erklärvideo meiner Studierenden jetzt online
YouTube Kanal

Ach, schade, hier kommt schon das letzte Erklärvideo aus meinem Modul „Wissensmanagement“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Diesmal erklärt Thomas Kieferle, was Mikroschulungen sind und wozu sie eingesetzt werden können:

Vielleicht haben Sie ja einige der Videos in den letzten Wochen angeschaut und das eine oder andere davon hilfreich gefunden. Ich jedenfalls denke, dass diese kleine Aufgabenstellung (es war tatsächlich eine so genannte Vorprüfungsleistung) wunderbar gezeigt hat, wie gut Videos zum Vermitteln von Inhalten eingesetzt werden können – und zwar mit überschaubaren (technischen) Bordmitteln und einem überschaubaren Aufwand. Auch Nachfrage meinten die Studierenden, sie hätten einen halben bis einen Tag für diese Aufgabe aufgewandt.

Also: Warum nicht einmal ein Video anstelle der ewigen Dokumente als Instrument zum Wissenstransfer? Auch in Ihrem Unternehmen?

P.S.: Diese Videos, wie übrigens alle Videos auf meinem Youtube-Kanal, unterliegen der Creative Commons-Lizenz und sind damit frei nutzbar.

P.P.S.: Ein herzliches Dankeschön an die Studierenden, die sich mit Engagement und vielen kreativen Ideen auf diese etwas ungewöhnliche Aufgabenstellung für eine Vorprüfungsleistung eingelassen haben.

Neues Erklärvideo zum Thema E-Learning ist online

Neues Erklärvideo zum Thema E-Learning ist online
YouTube Kanal

Nach einer kleinen Unterbrechung geht die Serie von Erkärvideos aus meinem Wissensmanagement-Modul an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg weiter – und nähert sich auch dem Ende, fürchte ich.

Dieses Mal erklärt Nicolai Groß, was E-Learning ist und warum Organisationen E-Learning einsetzen:

Nun steht nur noch ein letztes Video aus, dann ist der Fundus aus der Vorprüfungsaufgabe erschöpft.

Aber jetzt erst einmal viel Spaß mit „Was ist E-Learning“.

Flipped Classroom Seminar vom 27. bis 28. April in Dresden

Flipped Classroom Seminar vom 27. bis 28. April in Dresden
Apfelblüte auf der Schwäbischen Alb

Wie geht Wissensmanagement in der Praxis? Was ist Gute Praxis? Wo lauern die Stolperfallen? An zwei Tagen wollen wir in einem interaktiven Workshop-Design konkrete Erfahrungen austauschen und die Praxis von Wissensmanagement intensiv gemeinsam beleuchten. Und das ganz praktisch: Der Workshop selbst nutzt innovative Kommunikationsformen und Methoden aus dem Wissensmanagement, sodass Sie neben den eigentlichen Inhalten ganz nebenbei auch konkrete Erfahrungen mit diesen Tools sammeln können. Nicht zu vergessen, die Möglichkeit sich mit anderen Praktikern in einem intensiven Format zu vernetzen.

Im Sinne eines so genannten flipped classroom, baut der Workshop darauf auf, dass die notwendigen (theoretischen) Grundlagen bereits im Vorfeld erarbeitet wurden, z. B. im Rahmen des WMOOC 2016. Aber auch wer nicht am WMOOC teilgenommen hat, ist herzlich eingeladen. Alle Teilnehmer erhalten im Vorfeld zur Vorbereitung eine Liste des empfohlenen Grundlagenwissens mit – falls notwendig – den Links zu den entsprechenden Online-Inhalten.

Das Experiment geht also weiter: Herzlich laden Dirk Liesch und ich, die Macher des Wissensmanagement MOOC 2016, zum Praxis-Workshop als flipped classroom ein. Und zwar vom 27. bis 28. April im Hof Dittrichs Erben bei Dresden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Und wenn Sie darüber hinaus interessiert sind, wie das Experiment WMOOC ansonsten weitergeht, schauen Sie hier.

learning tracker

learning tracker
Fitness Tracker oder Learning Tracker

Letzte Woche hatte ich zu meinem großen Vergnügen mal wieder Blockvorlesung zu „Wissensmanagement-Strategie“ an der DHBW Baden-Württemberg (Masterstudiengänge Informatik und Wirtschaftsinformatik) und dabei haben mir die Studierenden beim Thema „Persönliches Wissensmanagement“ die kritische Frage gestellt, ob und wenn ja, wie ich es denn schaffte, diszipliniert zu lernen und mein Wissen gezielt zu erweitern.

Uff, erwischt, oder? Der Schuster und seine Leisten usw.

Ich habe dann – quasi öffentlich in der Vorlesung, thinking out loud – über meine Lernmotivation und -motivierung nachgedacht und festgestellt, dass ein Anreiz, der bei mir persönlich in Sachen regelmäßigen Sports sehr gut funktioniert, vielleicht auch für das Lernen funktioniert: eine Tracking App, also eine App, die meine Lern-Events trackt und eventuell auch aktiv erinnert, wenn ich beispielsweise während einer Woche kein einziges Mal gelernt habe.

Wie gesagt, was die Erfüllung meines persönlichen Zieles, mehrfach die Woche Sport zu treiben, angeht, funktioniert dieser Anreiz und Ehrgeizkitzler sehr gut. Ich überlege noch, wie ich das als Learning Tracker umsetzen könnte. Ideen sind willkommen…

 

Bild: http://www.choice.com.au

501 Teilnehmer im WMOOC 2016

501 Teilnehmer im WMOOC 2016
WMOOC

Heute durften wir den 501. Teilnehmer im Wissensmanagement MOOC 2016 verzeichnen. Wir sind begeistert.

Auch das dazu gehörende freie Online Lehr- und Lernbuch füllt sich zunehmend mit Inhalten, darunter zahlreiche spannende und abwechslungsreiche Videos. Unter anderem führen wir, also Dirk Liesch und ich, aktuell Video-Interviews mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, der Bundeswehr, der Universität Freiburg, Festo, Bosch Siemens Hausgeräte und zahlreichen anderen. All diese Interviews werden ab dem 4. Januar im vierten und damit schon letzten Modul des MOOC zur Verfügung stehen.

Seien Sie also dabei, falls Sie nicht sowieso schon MOOC’ler sind!

Digitalisierung bedingt Demokratisierung?

Digitalisierung bedingt Demokratisierung?
demokratie

In den letzten Wochen und Monaten beherrscht die so genannte Zukunft der Arbeit (oder Arbeit der Zukunft?) mehr und mehr auch die Schlagzeilen in den Nicht-Fach-Medien und dabei geht es immer wieder um zwei Megatrends: Digitalisierung der Arbeit und Demokratisierung der Arbeit.

Ich frage mich nun: Sind dies zwei unabhängige, lediglich zeitlich koinzidierende Entwicklungen? Oder bedingt die Digitalisierung die Demokratisierung? Und wenn ja, wodurch?

Einige Thesen:

  • Durch die Digitalisierung wird Arbeit zunehmend zu Wissensarbeit und damit verkehren sich die „Herrschafts- und Machtverhältnisse“ in der Organisation: Der Arbeitnehmer wird zum Wissensgeber und der Arbeitgeber zum Wissensnehmer.
  • Als digitale Wissensarbeiter werden Menschen außerdem zunehmend unabhängig von Organisationen: Wo ein Fließbandarbeiter noch eine (teure) industrielle Infrastruktur benötigt, um seine Arbeitskraft überhaupt einsetzen zu können, braucht ein Wissensarbeiter eine Organisation nur noch bedingt: als Ort potenzieller Interaktion mit anderen Wissensarbeitern. Als Ort eines erleichterten, erweiterten Zugangs zu Informationen. Als Ort potenzieller Effizienzsteigerung durch die (temporäre) Nutzung von Strukturen. Erneut: Machtverschiebung zugunsten des Individuums.
  • Die durch die Digitalisierung befeuerte Daten- und Informationsflut, die hohe Wissensdynamik bedingen, dass Kooperation im Sinne eines gemeinsam Wirken an Bedeutung gewinnt. Der individuelle Informations- und Wissensarbeiter braucht andere, um das rasant mit dem Wissen mitwachsende Feld seines Unwissens zu vermessen und ggf. zu explorieren. Und Vernetzung ist per se erst einmal flach und horizontal, nicht hierarchisch-vertikal.
  • Durch die Digitalisierung findet eine Virtualisierung der Grenzen der Organisation statt. Der dadurch bedingte immer freiere Zugriff auf Informationen, die freie Möglichkeit zur individuellen (Wissens-)Entwicklung führt zu einem freieren Denken und zu einem Anspruch auf Freiheit und Entfaltung (bei eben nur gering wahrgenommenen (organisationalen) Begrenzungen).

Sie sehen schon, die vielen Parenthesen machen deutlich, wie der Kopf noch arbeitet und sich müht. Frei nach Kleist werden die Gedanken erst beim Schreiben verfertigt. Work in Think Progress also.
Vielleicht haben ja auch Sie noch weitere Thesen? Oder Lust die oben genannten fortzuführen. Ich freue mich auf Feedback!

 

Bild: gbw.at

Modul 1 des WMOOC erfolgreich beendet, weiter geht es mit Modul 2

Modul 1 des WMOOC erfolgreich beendet, weiter geht es mit Modul 2
WMOOC

Das erste Modul unseres MOOC (Massive Open Online Course) zu Wissensmanagement – übrigens der erste deutschsprachige MOOC zu Wissensmanagement – ist nun zu Ende und die Teilnehmer dürfen sich nach reichlich Grundlagenwissen zum Thema nun über eine Woche „Ferien“ bis zum Start des zweiten Moduls freuen. Im zweiten Modul wird die strategische und nachhaltige Einführung von Wissensmanagement im Fokus stehen.

Besonders freuen Dirk Liesch und ich uns darüber, dass wir aktuell 389 registrierte Teilnehmer haben – über ganz Deutschland verteilt. Und nicht nur, wir freuen uns auch über einen Teilnehmer in Polen, einen Teilnehmer in Indien und einen Teilnehmer in Syrien.

Wenn Sie noch nicht eingeschrieben sind, es ist nie zu spät: Link zum MOOC

Gerne dürfen Sie auch die bisherigen Lehr- und Lerninhalte nutzen, die ja dauerhaft als frei verfügbare so genannte Open Educational Resource im Internet verfügbar sein werden. OER-Inhalte zu Modul 1 „Grundlagen“.

Das Zusammenstellen und Erstellen von Inhalten für den MOOC bzw. das OER hat nun auch dazu geführt, dass ich einen Youtube-Kanal mit kurzen Erklärvideos eingerichtet habe. Drei gibt es dort schon (Bausteine-Modell, SECI-Modell, WM-Audit), weitere werden folgen. Ich freue mich, wenn Sie mir dort eine kleine Nachricht hinterlassen oder den Kanal gar abonnieren. Natürlich dürfen Sie diese Videos, gerne mit Angabe der Quelle, auch für Ihren Kontext nutzen.

Soweit ein kleiner Zwischenstand in Sachen WMOOC und andere Aktivitäten. Nun muss ich weiter an den Inhalten für Modul 2 arbeiten…