WMOOC und Ausbildung zum WiMa-Professional gehen in eine neue Runde

WMOOC und Ausbildung zum WiMa-Professional gehen in eine neue Runde
WMOOC

Am 3. Oktober ist es wieder soweit: Der Wissensmanagement-MOOC und die begleitende Ausbildung zum Wissensmanagement-Professional gehen in eine neue Runde.

Im WMOOC haben mehr als 1.500 registrierte Teilnehmende im letzten Jahr über insgesamt 4 Monate hinweg, theoretische Grundlagen zu Wissensmanagement erworben und in zahlreichen Live Sessions deren Anwendung mit Vertretern der Praxis diskutiert. Für alle, die noch nicht dabei waren, besteht nun wieder die Gelegenheit.

Entlang eines bewährten Curriculums, das sich am Kompetenzkatalog Wissensmanagement der GfWM orientiert, lernen die Teilnehmenden in vier jeweils dreiwöchigen Modulen die Grundlagen von Wissensmanagement kennen, erfahren sie, wie Wissensmanagement konkret eingeführt werden kann, erhalten sie einen Überblick über Werkzeuge und Methoden und lernen von zahlreichen Praxisbeispielen.

Dem WMOOC liegt das Freie Kursbuch Wissensmanagement zugrunde. Neben diesen Inhalten haben die Teilnehmenden die Möglichkeiten in wöchentlichen Live Sessions in den Dialog mit Praxisvertretern zu treten.

Eine Teilnahme am MOOC ist kostenfrei, anmelden kann man sich über die oncampus-Plattform der Universität Lübeck.

Begleitend zum WMOOC wird in diesem Jahr auch wieder eine kostenpflichtige Fortbildung zum Wissensmanagement-Professional angeboten. Informationen und Anmeldung gibt es direkt hier.

Simply explained – new video series launched

Today I have published the first episode of a little video series on my Youtube channel. Under the title Simply explained, Paolo Ravalli, who is responsible for the graphic realization, and I will explain in the coming months core terms and concepts around knowledge management in a concise and simple form.

In the first episode we answer the question: What is knowledge?

Enjoy watching (duration 3’01 min)!

Ideas and suggestions for further topics to be treated? Then please write me an email!

And not to forget: All videos are published under Creative Commons and may therefore be used freely, integrated into own learning platforms etc. But of course we are happy if you mention the source.

Einfach erklärt – neue Videoserie gestartet

Seit heute ist die erste Folge einer kleinen Serie von Erkärvideos auf meinem Youtube-Kanal verfügbar. Unter dem Titel Einfach erklärt erläutern Paolo Ravalli, der für die kreative Umsetzung verantwortlich ist, und ich in den nächsten Monaten zentrale Begriffe und Konzepte rund ums Wissensmanagement in knapper und eben möglichst einfacher Form.

In der ersten Folge geht es, na klar, um die Frage: Was ist Wissen?

Viel Spaß beim Anschauen (Dauer 3’01 Min.)!

Übrigens wird es alle Videos auch in englischer Sprache geben, Teil 1 in englischer Sprache folgt in den nächsten Tagen. Und Teil 2 der Serie, zur Unterscheidung von explizitem und implizitem Wissen, ist ebenfalls bereits in Arbeit.

Sie haben Vorschläge für weitere Folgen? Dann melden Sie sich bitte gerne!

Und bevor ich es vergesse: Alle Videos sind unter Creative Commons veröffentlicht und dürfen also frei verwendet, in eigene Lernplattformen usw. eingebunden werden. Natürlich freuen wir uns aber über eine Nennung der Quelle.

Die Idee der Resonanz – Update Juni 2020 zum Beitrag im kuratierten Dossier

Im letzten Jahr hat die GfWM ein kuratiertes Dossier zum Thema der Gestaltung der Arbeit in der Zukunft herausgegeben, zu dem auch ich einen Aufsatz beisteuern durfte: Die Idee der Resonanz – zur Rolle von Organisation und Führung für die Ermöglichung von New Work.

Nun haben mich Tanja Krins und Stefan Zillich, die beiden Herausgeber des Dossiers, gebeten im Lichte drastisch durch Covid-19 veränderter Rahmenbedingungen ein kurzes Update zu diesem Aufsatz zu schreiben, das nun gestern veröffentlicht wurde.

Geht es schon im ursprünglichen Aufsatz um Themen wie Agilität versus Stabilität oder den Zustand des so genannten permanent beta, hat sich dieses – vor allem letzteres – in den letzten Monaten signifikant verschärft. Covid-19 hat uns – um mit den französischen Existenzialisten zu sprechen – in eine unsichere Welt geworfen. Unsicherheit ist dabei etwas anderes als das Risiko, das wir mit Risiko-Management in den letzten Jahren gelernt haben, wenn nicht zu beherrschen, dann doch zu bewerten und zu adressieren. Unsicherheit beschreibt eine Situation, in der die Kalkulation von Eintrittswahrscheinlichkeiten, wie wir dies eben aus dem Risiko-Management kennen, unmöglich ist. „Mit unsicherem Wissen beabsichtige ich nicht, bloß das, was als sicher bekannt ist, von dem, was nur wahrscheinlich ist, zu unterscheiden. (…) Es existiert keinerlei wissenschaftliche Grundlage, hierüber irgendwelche mathematischen Wahrscheinlichkeiten zu berechnen. Wir wissen es einfach nicht.“ (John Maynard Keynes)

Mit Unsicherheit können wir alle nicht gut umgehen, wir suchen nach Ordnung und Mustern auch dort, wo keine sind, weil sie uns Orientierung versprechen. Von Organisationen (und darunter verstehe ich nun auch im weitesten Sinne gesellschaftliche Organisationssysteme, wie die Politik) und Führung – das eigentliche Thema meines Aufsatzes – erwarten wir gerade jetzt diese Orientierung.

Wäre es aber nicht stattdessen an der Zeit, sich auf diese in unserer Wahrnehmung gewandelte Welt* einzulassen? Camus hat das Geworfensein in die Welt, d.h. unsere existenzielle Freiheit und damit einhergehende Verantwortung für unser Handeln, durchaus als Glück verstanden. Einlassen, worauf? „Es wird eine unvorhersehbare Gesellschaft sein, in der sich Momente oder Intervalle der Ordnung, Sicherheit und Schönheit mit plötzlicher Desintegration und Kaskaden abwechseln, die zu neuen Mustern führen. Unsicherheit gibt Raum für Hoffnung, um den Preis Angst zu haben.“ (George Shackle, 1903-1992)

Der Umgang mit NIcht-Wissen wird wichtiger als der Umgang mit Wissen.

* ‚gewandelt‘ doch nur aus der Perspektive von uns wohlhabenden Migliedern stabiler demokratischer Gesellschaften, große Teile der Welt erleben existenzielle Unsicherheit schon längst vor Covid-19

What diving has to do with the SECI model

In one of my university courses the students are asked to produce a short video on a core concept of knowledge management. Alisa Ruths chose the SECI model and created a wonderful video explanation…which was retrieved on the internet by a huge international company that now wants to use it for their internal KM training. To this purpose Alisa created an English version of her video which I proudly present here:

By the way, the German version can be found here.

Was Tauchen mit Wissen und SEKI zu tun hat – ein Erklärvideo

Und weiter geht es mit den Erklärvideos aus dem Modul Wissensmanagement-Strategien und -Modelle an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Dieses Mal erklärt Alisa Ruths, eingebettet in eine schöne Geschichte rund ums Tauchen, den Unterschied zwischen explizitem und implizitem Wissen und wie das SEKI-Modell von Nonaka und Takeuchi im Praxiskontext verstanden werden kann.

Lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen Sie ein bisschen me(h)er:

neues Erklärvideo zur Geschichte von Wissensmanagement

Es ist mal wieder soweit: In der aktuellen Durchführung meines Moduls Wissensmanagement-Strategien und -Modelle an der DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) haben die Studierenden als so genannte Vorprüfungsleistung ein Erklärvideo rund ums Thema Wissensmanagement erstellt. Einige davon möchte ich gerne hier sowie auf meinem YouTube-Kanal mit Ihnen teilen.

Den Auftakt macht Antonia Demele, die in knappen anderthalb Minuten die Entstehung von Wissensmanagement in aller Kürze Revue passieren lässt. Viel Spaß:

Die Ratlosigkeit der Experten

…so titelte am Sonntag die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. In dem Artikel ging es – wie sollte es anders sein – um die aktuellen Entscheidungen rund um Covid-19, vornehmlich um die Diskussionen um mögliche Lockerungen und die Stellungnahmen unterschiedlicher Expertengremien dazu.

Das Belastende, aber gegebenenfalls auch für die Zukunft Lehrreiche an dieser neuartigen Situation ist, dass wir sowohl als Gesellschaft als auch als Individuen gezwungen sind, Entscheidungen zu treffen, obwohl die uns zur Verfügung stehende Daten- und Informationsbasis, vor allem aber die Wissens- und Erfahrungsbasis unzureichend sind. So schreibt die FAS: „Da hilft es auch nichts, dass das Ifo- und das NRW-Papier Task Forces auf Bundes- und Länderebene vorschlagen, die ‚alle relevanten Informationen unter Berücksichtigung medizinischer, gesellschaftlicher und wirtschaftliche Risiken sammeln und auswerten‘ sollen. Natürlich ist es in der durch so viele Ungewissheiten gekennzeichneten Lage besonders notwendig, die Datenbasis zu vergrößern. Doch sich allein von mehr Daten auch einsichtige Kriterien zu erwarten, hieße sich am Schopf aus dem Sumpf ziehen zu wollen.“

Data und eben auch Big and Bigger Data ist eben noch kein Wissen und taugt nur sehr bedingt als Entscheidungsgrundlage. Nämlich nur dann, wenn da jemand ist, der weiß, welche Fragen die richtigen sind, die an die Daten gestellt werden sollten.

Und dies wiederum setzt Präzedenzfälle voraus. Präzedenzfälle, die gerade auch für das vielbeschworene Prinzip der Verhältnismäßigkeit von Entscheidungen notwendig sind. Dazu der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio (ebd. in der FAS): „Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit setzt Einzelfälle voraus, die mit einem einigermaßen gesicherten Wissen oder Erfahrungshintergrund beurteilt werden können.“

Die Unterscheidung von Daten, Information und Wissen, die auch im Wissensmanagement-Kontext manchmal ein wenig theoretisch anmutet, ist genau keine akademische Fingerübung. Ihr Verständnis ist notwendig in der tagtäglichen Entscheidungspraxis.

Nun hoffe ich, dass wir bald in einer Situation sein werden, in der wir aus einer reflektierenden Distanz darauf zurückschauen und Erkenntnisse – Wissen – ableiten können. Darüber, wie Entscheiden bei unsicherer Daten- , Informations- und vor allem Wissenslage geht. Darüber, wie dies alles systemisch zusammenwirkt. Und und und…
Und ich hoffe, dass der Dunning-Kruger-Effekt uns bei all dem nicht zu hart trifft.
Bleiben Sie standhaft!